Masken gibt es vermutlich seitdem es Menschen gibt. Sie haben uns durch den Wandel der Zeiten begleitet. Die ersten Masken stellten Tierköpfe dar und sollten vermutlich das Jagdglück verbessern. Als die ersten Menschen sesshaft wurden, entwickelten sie unterschiedliche Kulte, bei denen die Masken ein Instrument ihrer Rituale waren.
Bei Tänzen schlüpften die Tänzer in die Rollen, die die Masken darstellten und baten die Götter um Schutz. In der Antike Griechenlands kamen Masken durch das Theater in Mode. Die Schauspieler versuchten damit Gefühle und Emotionen ihrer Rollen zu unterstreichen. Die Masken waren oft so gebaut, dass sie die Stimme der Schauspieler verstärkten und diese im Theater besser verstanden werden konnte. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich in Italien die Commedia dell´arte, die Stegreifkomödie, die mit festen Typen und Masken dargestellt wurde.
Die Typen können in zwei Hauptgruppen unterschieden werden, den Dienern - Zanni und den Alten, den Vecchi. Die wichtigsten der Zanni Typen waren
Der Harlekin, oder italienisch Arlechhino. Er soll eine Dienerfigur darstellen und ist in ein buntes Gewand aus rautenförmigen Flicken gekleidet. Auf dem Kopf trägt er eine Kappe mit Hörnern oder einer Hahnenfeder.
Die Colombina ist eine weitere beliebte Figur der Commedia dell´arte. Eine lebenslustige, selbstsichere weibliche Figur, die ungekünstelt ist und meist ohne Maske.
Der Brighella ist ein geschickter listiger Bursche, der skrupellos und etwas hinterhältig auf seinen Vorteil bedacht ist. Er wird in der Maske eines Dieners dargestellt.
Der Mezzetino, eine Variation des Brighella, der mit Geschichtsmaske und rot-weiß gestreifter Kleidung auftritt. Er stellt eine grazile, höfliche Figur dar, die kalt und skrupellos ist.
Der Pagliaccio trägt eine weiße Gesichtsmaske und als Kostüm ein zu großes, weißleinenes Gewandt. Er stellt einen feigen, tollpatschigen Knecht dar, der mit kühnen Worten um sich schmeißt.
Der Pulchinella kommt aus dem Volkstheater in Süditalien. Er steht für einen listigen, groben, verfressenen Diener. Er ist das Vorbild für andere Figuren im europäischen Volkstheater, wie der Pierrot in Frankreich, der Hanswurst oder Kasper in Deutschland, der Punch in England und der Petruschka in Russland. Sein Kostüm hat sich mit der Zeit verwandelt, von ursprünglich grün-braun-roten Farben und einer Maske mit langen Vogelnase zu einem weißen, weiten Kostüm mit einer schwarzen Halbmaske.
Zu den Vecchi, den Alten, gehören
Der Dottore soll einen Gelehrten mit viel eingebildetem Wissen verkörpern. Seine Maske ist meist schwarz mit einer Knollennase und roten Wangen. Das Kennzeichen seines Kostüms ist eine weiße Halskrause zur schwarzen Kleidung. Er und der Pantaleone hassen sich in den Komödien.
Der Pantaleone ist ein alter geschäftstüchtiger Geck in Pantoffeln und Strumpfhosen. Er ist geizig und meist auch verliebt und wird von den andern gerne betrogen. Er stellt eine Autoritätsperson dar, die als Synonym für das Realisieren von Wünschen des Publikums steht. Er ist eine sehr beliebte Figur der Komödie.
Bis heute sind die Masken mit folgenden Bezeichnungen erhalten geblieben: